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[20.01.14]

Ardèche & Côte d'Azur – April/Mai 2013

Ende April ging es los in Richtung Ardèche – ein Teil der DOWNG-Truppe war bereits im vergangenen Jahr schon einmal dort und in diesem Jahr ergab sich endlich die Gelegenheit dorthin mitzufahren.

Sonntag: Manarde


So hat man es gern – die Source de Manarde.

Der erster Tauchtag und wir sind in Richtung der Manarde aufgebrochen – Gerd Dietel, Sebastian Picard, Marcus Döring, Katrin Dessin, Damaris und ich. Auf dem Parkplatz im Wald angekommen stiegen wir aus, gingen den Fußweg durch den Wald entlang und waren gespannt, was uns am Ende erwartete. Als wir um die Ecke kamen, sahen wir die Manarde in herrlichem Zustand: Ein leichter Flow und klares Wasser. Yeah!

Die anderen kannten die Höhle zum Teil bereits und wollten daher die Scooter mitnehmen, für Damaris und mich war die Höhle jedoch Neuland, daher sind wir erst einmal ohne zusätzlichen Antrieb reingegangen. Die Bedingungen in der Höhle waren so gut wie der Quelltopf versprach. Überhaupt ist es eine sehr schöne Höhle, in der es auch einiges an versteinerten Fossilen zu bewundern gibt. Mit 20-30 Metern Tiefe ist sie leider nicht ganz so flach, so dass wir relativ schnell unseren Umkehrdruck erreicht hatten und nach 105 Minuten wieder an der Oberfläche waren.

Montag: Tannerie


Links der Quelltopf der Tannerie, ganz hinten rechts lässt sich noch die Goul de Pont erahnen.

Am nächsten Tag fuhren wir an die Goul de Tannerie. Auch das war für Damaris und mich eine neue Höhle, insofern waren wir gespannt – vor allem auch, wie die Kletterei über den Beckenrand funktionieren würde. Erstaunlicher Weise erwies sich dies aber auch bei dem doch recht imposant fließenden Wasser als recht einfach, zumindest solange man einen sicheren Tritt gefunden hatte. Der Pool sah noch einmal vielversprechender als der der Manarde am Vortag, so dass wir alle ungeduldig und gespannt unsere Checks machten.


Take me to your leader!

Für mich war die Tannerie dann auch ein echtes Erlebnis: Ein ganz eigener Charakter, eine sehr abwechslungsreiche Höhle. Am Anfang eher eine horizontale Spalte, später eine Röhre und zwischendurch eine senkrechte Schlucht, die mit zu den schönsten phreatischen Formationen gehört, die ich kenne. Und das alles bei sehr moderaten Tiefen von maximal zwölf Meter und einer genialen Sicht – richtig gut! Dazu kamen dann noch zahlreiche Jump-Möglichkeiten, hinter denen wohlmöglich noch ein ganzer Tauchgang für sich verbergen würde.

Etwas Flow hatten wir allerdings auch, so dass wir unseren Umkehrdruck schnell erreicht hatten und anschließend nur etwa die Hälfte der Zeit zum raustauchen – oder besser: rausfliegen – brauchten. Nach 85 Minuten war der Spaß vorbei.

Dienstag: Tannerie


Jens, der alte Rocker. Leider war es seine Abschiedstour, in Zukunft wird Rad gefahren.

Am nächsten Tag sind Rainer Daum, Jens Binder, Damaris und ich wieder zur Tannerie gefahren. Damaris und ich wollten die Jumps ausprobieren, die uns am Vortag so gelockt hatten. Wir sind also an den ersten drei Möglichkeiten vorbeigetaucht und haben sie uns auf dem Rückweg der Reihe nach angesehen. Leider war keiner der Jumps wirklich lang beziehungsweise groß genug für uns, aber dennoch war es eine nette Erkundung des vorderen Bereichs der Höhle. Erneut waren wir nach 85 Minuten wieder zurück am Eingang und da wir noch genug Gas im Rückengerät hatten, hüpften wir noch kurz bis 30 Meter Tiefe in die Goul de Pont. 

Mittwoch: Bestouan


Strandparty am Plage de Bestouan.

Am nächsten Tag ging es runter ans Mittelmeer nach Cassis. Dort entwässern zwei Quellen direkt ins Meer hinein: Die Port Miou und die Bestouan. Nachdem uns Sebastian den Weg gezeigt hatte, versuchten Damaris und ich, zur Port Miou zu gelangen, aber leider werden die einzig sinnvollen Parkmöglichkeiten durch das vorgelagerte Restaurant sehr restriktiv verwaltet. Da merkten wir auf einmal, das wir nicht mehr in einer beschaulichen ländlichen Gegend wie dem Lot oder der Ardèche sind, sondern mitten in einem Touristengebiet, wo um jeden Quadratzentimeter Parkplatz, Handtuchliegeplatz und Sitzplatz im Restaurant hart gekämpft wird.


Parken auf die ganz besondere Art.

Der Einfachheit halber reservierten wir für den nächsten Tag einen Tisch nebst Parkplatz und fuhren zum Rest der Truppe, der die Bestouan angepeilt hatte. Wir entschieden uns gegen diese Höhle, da der Eingang eine enge Röhre mit starker Strömung ist und dies nicht dem Erfahrungsstand unseres Teams entsprach. Stattdessen legten wir eine Scooterrunde ein und düsten rund 100 Minuten über die Seegraswiesen hinweg. Das war mein erster Scootertauchgang im offenen Meer und es ist schon cool, einfach in irgendeine Richtung flitzen zu können, anstatt Höhle, Leine oder Seeufer folgen zu müssen. Hat auch was.


Die Rotte peilt den Höhleneingang an.

Und natürlich ist man auch vor Anfängerfehlern nicht gefeit: Ich hatte grob überschlagen, dass ich mit einem Kilo Blei zusätzlich auskommen müsste, aber das Salzwasser hat mich dann eines Besseren belehrt. Zum Glück liegt vor der Côte d'Azur viel Schrott im Meer...


Der Hafen von Cassis. Lässig, wa?

Der Rest unserer Truppe hatte sich in zwei Teams aufgeteilt, eines davon hatte leider einen Scooterausfall :-(
Wenigstens aber die anderen beiden, Gerd und Sebastian, hatten einen langen und sehr geilen Tauchgang. Anschließend ging es in den Hafen von Cassis und nach einer "kleinen" Stärkung wieder zurück in die Ardèche.

Donnerstag: Port Miou

Am nächsten Tag sind wir dann zur Port Miou gefahren, schließlich wartete dort ein reservierter Parkplatz auf uns. Vom Parkplatz aus hat man hier ein paar Meter Strecke und noch einige Treppenstufen vor sich, was sich bei der brütenden Sonne als anstrengend erwies. Irgendwann waren wir dann aber alle im Wasser und Gerd, Sebastian, Katrin und Marcus scooterten los Richtung Höhle. Damaris und ich folgten langsam und erreichten etwas später den Höhleneingang. Leider war die Situation hier etwas knifflig, da es eine Halocline gab und die Leine leider in der unteren Salzwasserschicht verlief. Diese Schicht strömte zusätzlich in die Höhle hinein, wodurch man nur die Möglichkeit hatte, oberhalb der Halocline mit wenig bis kaum Sichtkontakt in die Höhle rein zu fahren. Mit etwas mehr Erfahrung und Ruhe gut möglich, aber wir entschieden uns erst einmal dagegen.

Die anderen sind leider auch nicht viel weiter gekommen. Bei 500 Metern ist in dieser Höhle ein künstlicher Wall  errichtet worden, wodurch man die Süßwassergewinnung vorantreiben wollte. Dies hat leider nie funktioniert, aber der Wall – oder besser die Mauer – ist heute noch da und das Wasser fließt hier durch einige Röhren hindurch. Die Strömung in den Röhren ist natürlich wesentlich stärker als in den großzügigen Gängen der Port Miou, daher war hier kein Durchkommen möglich. Diese Quelle ist wohl wirklich nur zu betauchen, wenn sie so gut wie gar nicht strömt.


Muscheln mit Pommes. Hammergeil.

Zum Abschluss sind wir dann wieder in den Hafen gegangen und haben dort etwas gegessen, was am Vortag schon unsere Neugierde auf sich gezogen hatte und einem echten Feinschmecker vermutlich die Galle hochtreibt: Miesmuscheln mit Pommes. Lecker!

Freitag: Manarde

Am letzten Tag sind Damaris und ich noch einmal zur Manarde gefahren und haben einen kurzen Tauchgang gemacht, der uns witzigerweise deutlich weiter führte als unser erster Tauchgang hier zu Beginn der Reise. Immer wieder erstaunlich, was so ein bisschen Grundorientierung schon bringt. Wir sind also mit etwas mehr Strömung als am ersten Tag in 45 Minuten ganz gemütlich bis zur ersten Auftauchstelle bei 360 Metern gekommen, haben uns umgeschaut und sind gemütlich wieder zurück. Ein schöner Abschlusstauchgang.


Wie kriegen wir den Sch*** nur wieder ins Auto?

Alles in allem eine nette Tour, trotz des nicht ganz perfekten Wetters und einiger für uns nicht betauchbarer Höhlen. Auf jeden Fall wird uns die Ardèche wiedersehen!