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[15.02.10]

Frankreich September / Oktober 2009

Ende September fuhren wir für zwei Wochen ins Lot. Wir waren gespannt, was für Bedingungen uns vor Ort erwarten würden - schließlich waren die Höhlen im Lot in diesem Jahr schon mehrfach wochenlang kaum zu betauchen gewesen. An sich nichts ungewöhnliches, aber in diesem Jahr schienen diese Zeiträume deutlich länger und krasser auszufallen als sonst. Aber um es vorweg zu nehmen: Wir hatten richtig Glück. Alle Höhlen waren betauchbar und einige, allen voran Cabouy/Poumayssen, überraschten uns mit hervorragenden Sichtweiten.

Untergekommen waren wir wieder auf einem alten Bauernhof in der Nähe von Gramat. Da wir 10 Leute waren, hatten wir dort zwei Hütten mit insgesamt 200qm gemietet. Mit dem ganzen Equipment, dem Platzbedarf zum Trocknen der Ausrüstung etc. war das schon die unterste Grenze. Ansonsten erwies sich die Domaine de Gibert als hervorragende Wahl: Sie liegt abgeschieden, so dass man einerseits seine Ruhe hat und andererseits auch mal laut sein kann beim Füllen oder Verräumen. Das Außengelände ist großzügig, so dass wir genug Platz für sieben Autos, zwei Anhänger und geschätzt rund 100 Stages hatten und die Füllstation von André Grimal liegt gerade mal 10min entfernt. Unsere Gastgeber, die Familie Cayrol, waren außerdem trés charmant und halfen uns immer mit einem guten Tipp bezüglich der regionalen Wein- und Käsespezialitäten.

Der Parkplatz vor unserem Ferienhaus.

Unser erster Tauchgang fand am 20.09. statt, Steffen und ich tauchten zur Eingewöhnung mit zwei Stages zum Ende der Ressel 2. Wobei Ende hier relativ ist, denn seit zwei Jahren führt vom alten Ende der Leine eine Abzweigung durch eine recht schmale Engstelle noch hinter den Versturz, die für D12 aber etwas zu eng aussieht. Steffens HID hat den Tauchgang spannend gestaltet, indem sie im tiefen Bereich zu flackern begann - wahrscheinlich Kabelbruch im E/O-Cord. Die Sicht war okay für die Ressel 2, 4-5m, richtig toll ist sie hier ja selten. Tauchzeit waren 78min, max. Tiefe 46m.

Am nächsten Tag setzten wir unsere Eingewöhnung in der Truffe fort. Hier war der Wasserstand ausgesprochen niedrig, so dass wir zum einen recht viel graben mussten (der Eingang wurde länger nicht "freigepustet"), und zum anderen war die Kraxelei am Ende des ersten Sumpfs dank 1,50m hoher Wand recht beschwerlich. Aber auch ein DIRler kann klettern und so machten wir uns auf in den zweiten Sumpf, der wie sein Vorgänger mal wieder mit wunderbarer Sicht aufwarten konnte. Hier war am Ende aber definitiv Schluss - diesen Aufstieg wagen wir irgendwann mal bei höherem Wasserstand.

Am 22.09. fuhren wir dann zur St. Georges und tauchten bis zum tiefen Schacht bei rund 1000m. Erstaunlich war hier, dass die Sicht auch hinter der Engstelle bei ca. 400m nicht besonders gut war. Normalerweise verwöhnt uns der heilige Schorse ab hier mit 10-20m. Aber 8-10m waren immer noch okay und so tauchten wir nach rund 150min wieder auf.

Nach einem Tauchgang in der St. Georges.

Am darauf folgenden Tag ging es zur Landenouse, wo bereits eine große Gruppe Schweizer unterwegs war. Wir wissen nicht genau, wie sie es geschafft haben, aber die ersten 500m waren ziemlich versiltet, dahinter herrschten dann aber schlagartig hervorragende Bedingungen. Wir sind ca. 900m reingetaucht und passierten dabei auch einen alten Team-Marker aus 2004. Damals war das für mich ein enorm langer Tauchgang und heute tauchen wir bei einem Spaßtauchgang daran vorbei...
Bei diesem Tauchgang haben wir zum ersten Mal ein 25/25 in der Höhle eingesetzt. Die Amis an der Westküste nutzen dies gerne im Tiefenbereich 20-40m und daher erschien es uns auch ganz passend für die Landenouse. Im Praxistest erwies es sich dann tatsächlich als gute Wahl, schließlich waren die zwei Bottomstages so deutlich leichter als mit EAN32 (hätte für unsere max. Tiefe von 29m auch gereicht) und letztlich war die Deko so sicher besser als mit Nitrox. Sonst hätten wir 21/35 genutzt, aber man muss ja auch mal was neues ausprobieren.


In eine gut sortierte Küche gehören auch ein paar Scooter.

Mittlerweile hatten wir auch Verstärkung bekommen, Thomas war angereist und zu dritt machten wir uns an die Émergence de Meyraguet auf. Hier dauerte die Vorbereitung Stunden: Neun Stages, drei Doppelpakete und zwei Kameraausrüstungen mussten erst mehrere hundert Meter durch den Fluss gezogen und dann noch im Trockenteil der Höhle bis an die Abtauchstelle geschleppt werden. In Ermangelung an Wathosen kam Steffen auf die glorreiche Idee, zum Aufrödeln nur unsere Trockis ohne Unterzieher zu tragen, was als Kälteschutz im warmen Flusswasser völlig ausreichte und unsere Unterzieher vor überflüssigen Schweißansammlungen vor dem Tauchen schützte. Der Tauchgang selbst war sehr spannend, die Meyraguet ist ja doch viel düsterer als anderer Höhlen im Lot. Den kompletten Bericht gibt es hier zu lesen.

Und wenn man einmal drin ist in den anstrengenden Tauchgängen, dann sollte man auch dabei bleiben. So sind Thomas und ich am nächsten Tag zur Cabouy gefahren und mit zwei Stages zur Poumayssen und zurück getaucht, insgesamt 1960m in knapp 85min. Das war flott.

Da die Cabouy wie bereits gesagt eine hervorragende Sichtweite hatte, sind wir am nächsten Tag wieder dorthin, diesmal mit neuer Verstärkung in Form von Sebastian und Jens. Zu dritt scooterten wir erst bis zur Poumayssen und dann noch an der Wathose vorbei, die hier wohl schon länger herumliegt. Im hinteren Teil wurde die Sicht immer besser, die Dimensionen und Formen des großen Ganges waren wunderbar zu erkennen. Leider wurde die Leinenführung hinter der von Danny Riordan neu verlegten Leine zunehmend mieser und nach drei Flickaktionen hatten wir kurz vor Erreichen der Auftauchstelle keine Lust mehr weiterzutauchen. Kritisch war hier weniger das Nichtvorhandensein einer durchgehenden Leine (die hätten wir auch selbst legen können) als das Vorhandensein von unzähligen Leinen und Leinenknäuelen in einem einzigen Gang...


Fundstück der Woche: Eine Stahlstage mit Dachlatte. So kann man auch Auftrieb erzeugen ;-)

Tags darauf ging es an die Ressel. Jens, Sebastian und ich scooterten mit 2 Stages 15/55 in den tiefen Teil. An der Abzweigungen nahmen wir den rechten Gang und tauchten hier noch ca. 250m weiter. Dieser Tauchgang diente vor allem dem "Warmwerden" mit der Ressel und dem Dreierteam.

Am nächsten Tag bereiteten wir dann unseren großen Tauchgang vor, in dem wir jeder vier Stages 15/55 und je eine Stage 35/35 und 50/25 nach hinten an den 21m-Punkt brachten.


Wolfgang freundet sich mit unserem Equipment an.

Am 30.09. tauchten dann wir mit einer Travelstage EAN32 und O2 in die Ressel. Den Sauerstoff deponierten wir auf 6m im Gang in der Nähe des großen Tisches. Anschließend ging es weiter zum 21m-Punkt, dort legten wir die Travelstage ab und nahmen die 4 Bottomstages und die Stage mit 35/35 auf. Dann ging es den Schacht runter, an dessen Fuß wir das 35/35 ablegten. Anschließend ging es endlich richtig los und wir scooterten bei perfekten Sichtverhältnissen durch den tiefen Teil. Am T angekommen nahmen wir diesmal den linken Gang und folgten ihm bis ca. 1100m. Dann folgten wir der Abzweigung, da wir hofften, hier vielleicht noch bis zu unserem Marker zu kommen, den wir vorgestern gesetzt hatten. Gereicht hat es dann aber doch nicht und so fuhren wir wieder denselben Weg zurück, den wir gekommen waren. Nach einer großzügigen Deko und insgesamt 302min tauchten wir wieder in der Célé auf - jeder mit 8 Stages am Mann. Beim anschließenden Verräumen der Ausrüstung wurden wir tatkräftig unterstützt - an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank dafür!


Profil des Ressel-Tauchgangs.

Obwohl ich grundsätzlich kein Freund des vorzeitigen Einsatzes von Kreislaufgeräten bin, so muss ich doch sagen, dass ich diesen Tauchgang als grenzwertig zwischen OC und RB empfand. Die vier Bottomstages bremsen einen doch sehr ab, die Gaswechsel kosten Zeit und verursachen zusätzlich Arbeits- und damit Dekolast. Und letztlich agiert man immer unter leichtem Zeitdruck, denn vier Stages sind auf einer Durchschnittstiefe von 66m auch schnell aufgebraucht. Wobei ich auch nicht sagen möchte, dass man diesen Tauchgang besser mit einem RB macht - hier ist nur die Grauzone, in der beides aus meiner Sicht Sinn ergibt.


Nach dem Tauchgang wird gechillt.

Der letzte Tauchgang dieser Tour ging dann noch mal an die Landenouse - Jens, Sebastian und ich wollten ans Ende der Leine scootern. Jens bekam beim Abtauchen leider Druckausgleichsprobleme und musste abbrechen. Sebastian und ich haben den Tauchgang dann zu zweit gemacht, mit 1*15/55, 1*21/35, 1*25/45 (um sich im hinteren Teil hochzudekomprimieren) sowie 50/25 und O2 dabei. Bei rund 75m erreichten wir das Ende der Leine in einer Halle, wobei der Gang hier noch vom Fuße eines Kiesbetts aus weitergeht. Wir konnten es aber gut nachvollziehen, dass die Leine hier abgebunden wurde, denn der Eingang zu diesem Abschnitt ist sehr niedrig und sobald das steil darüber aufragende Kiesbett einmal in Bewegung kommt, wäre er schnell komplett verschüttet. Wir entschieden uns folglich, dass hier nur die ganz Wagemutigen weitertauchen und kehrten um.


Profil des Landenouse-Tauchgangs.

Alles in allem waren es zwei wunderbare Wochen mit besten Tauchbedingungen, T-Shirt-Wetter, einer tollen Truppe und viel Grillgut.

Bis bald, Frankreich!