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[23.08.15]

Frankreich – September/Oktober 2013

Zwei Wochen Frankreich lagen im Herbst 2013 vor uns. Die erste Woche wollten Damaris und ich im Projekt Reseau de L'Ouysse mittauchen, in der zweiten Woche stand Spaßtauchen auf dem Programm.

Sonntag: Eingrooven in der Cabouy

Das Projekt Reseau de L'Ouysse erforscht den unterirdischen Teil des Flusses Ouysse, welcher bei dem süd-östlich von Gramat gelegenen Ort Themines im Erdboden verschwindet und beim Gouffre de Cabouy wieder ans Tageslicht gelangt. Die Vermessungsarbeit des Projektes hat 2009 an dieser bekannten Quelle begonnen und deckt mittlerweile insgesamt 3850m Distanz unter die Erde ab, verteilt auf mehrere Siphons und Trockenstellen. 

Themines

Wir haben den ersten Tauchtag für einen kleinen Aufwärmtauchgang genutzt – Damaris kannte die Cabouy bislang nicht. So sind wir zu Fuß mit einer Stage gestartet und kamen bis ca. 350m. Der Rest des Teams nutzte den Tag ebenfalls für Testtauchgänge und zum Austarieren der Trockenröhren, die für die geplante Übernachtung notwendig waren.


Norbert, Maren und ich vorm Abtauchen.
   

Montag: Materialtransport

Der erste Tauchtag im Projekt bedeutete Arbeit. Ich hatte nicht vor, in diesem Jahr bei der Übernachtung dabei zu sein, deswegen wurde ich mit Maren und Norbert zusammen zum Materialtransport eingeteilt. Wir waren das erste Team auf dem Weg zur großen Trockenstelle am Ende des zweiten Siphons und unsere Aufgabe bestand darin, zwei Safety Stages zwischen der Pou Meyssen (ein zweiter Einstieg, ca. 790m vom Quelltopf der Cabouy entfernt) und der ersten großen Trockenstelle bei 2050m zu platzieren sowie Material für das Biwakteam reinzubringen (zwei Foto-Blitze sowie eine Isomatte). Jeder von uns hatte hierzu zwei Scooter mit mindestens 90 Minuten Laufzeit sowie drei Stages mit Nitrox 32 dabei.

Obwohl Norbert und ich bislang nie zusammen getaucht sind und auch Maren und ich nur wenige aufwendigere Tauchgänge zusammen bestritten haben verlief die Teamzusammenführung und die Tauchgangsvorbereitung bzw. -planung reibungslos. Standardisierte Prozeduren machen das Leben doch einfacher ;-)

Wir waren dann letztlich rund vier Stunden in der Höhle, wovon 154 Minuten Tauchzeit waren und der Rest der Zeit für Transport über die Trockenstellen sowie einen kurzen Erkundungsspaziergang am Ende vom zweiten Siphon draufging. Hier hinten trafen dann auch irgendwann die anderen Teams ein, so dass es auf einmal sehr belebt war – rund 2,5 Kilometer vom Tageslicht entfernt. Nach kurzen Plausch und einem Foto ging es für uns zurück ans Tageslicht, während die anderen weiter fuhren in Richtung Trockenstelle, wo sie übernachten wollten, um genug Zeit für Erkundungsgänge, Vermessungen und zum fotografieren zu haben.

Der Weg zur Trockenstelle verlief im Grunde für alle Teams recht erfolgreich. Einziges Problem war, dass Os' Trockenröhre am Vortag abgesoffen war, woraufhin ich ihm meine geliehen hatte, die leider ebenfalls abgesoffen ist – was übrigens auch der dramatischte Moment in der Fernsehreportage wurde (s.u.). Zum Glück konnten uns Marcus, Katrin und Schatz eine von ihren Röhren leihen – die drei waren schon einen Tag vorher zu einer Übernachtung in der Trockstelle aufgebrochen und brauchten ihre Röhren jetzt nicht mehr. 


Maren, Norbert und ich kurz vor dem Ende von Siphon 2 – Chris Howe kam uns entgegen und hatte Zeit für diesen
Schnappschuss.

 

Dienstag: Erster Sensor platziert

Am dritten Tag des Projektes hatten Damaris und ich die Aufgabe, einen der beiden Sensoren in der Höhle anzubringen. Damaris und ihr Team am Vortag hatten dies auch bereits probiert, aber sie mussten vorher noch die Secchi-Scheibe anbringen und das Gas reichte nicht aus um beide Aufgabe zu erledigen. So fuhren wir mit unseren Scootern und einer jeweils einer Stage rund 300 Meter in die Cabouy hinein und platzierten den Sensor in der Nähe der Secchi-Scheibe.

Am Nachmittag kam dann das Biwak-Team zurück aus der Höhle und wir alle halfen den überwiegend ermatteten und zum Teil auch leicht unterkühlten Kameraden, sich und ihr Equipment aus dem Wasser zu bekommen. Die Bilanz ihrer Übernachtung war sehr gut: Die Trockenstelle wurde umfangreich erkundet, es kam niemand zu ernsthaften Schaden und zu guter letzt waren vor allem die Bilder von Uli Kunz eine wahre Augenweide.

An dieser Stelle muss ich vielleicht auch erwähnen, dass wir bereits seit Sonntag ein Fernsehteam im Auftrag von Servus TV als Gäste im Projekt dabei hatten. Das Dreierteam dreht eine Dokumentation über das Projekt mit Fokus auf Uli und seine Arbeit als Unterwasserfotograf, welche Mitte Dezember auf Servus TV ausgestrahlt wurde. Die Reportage finde ich persönlich insgesamt sehr gut gelungen – die Mitschnitte gibt es hier und hier zu sehen.


Team 2013: Chris, Uli, Stephan, Os, Matze, Totti, Maren, Bibbi, Damaris, Norbert und ich. Chris und ich sind die
enthusiastischsten Foto-Springer denke ich.

 

Mittwoch: St. Georges

Am folgenden Tag hatte das Projekt pausiert und so beschlossen Damaris und ich, die St. Georges zu betauchen. Zu Fuß tauchten wir bis ca. 700m rein, wobei die Sicht hinten wie fast immer besser war als im vorderen Bereich. Bei 400m konnten wir die zwei großen Karpfen beobachten, wie sie im Sand unterhalb der großen Halle nach Nahrung suchten und die Sicht damit nicht besser machten :-)

Bei ca. 600m sahen wir dann noch den großen Hecht, der im hinteren Teil zu leben scheint und der anscheinend hier hinten auch deutlich mehr Beute findet als man im ersten Moment vermuten mag – schließlich ist er mittlerweile etwas über einen Meter groß.

Außer den Fischen waren auch recht viele Taucher in der St. Georges unterwegs, was in manchen Fällen recht nett war, das das entgegenkommende Licht die Tiefe des Raums sehr schön erkennen lässt. In manchen Fällen war es aber auch etwas unangenehm. Ich beobachte in letzter Zeit zunehmend, dass gerade Teams beim reintauchen oft sehr forsch an die Sache rangehen und dem raustauchenden Gegenverkehr den Vortritt nehmen. Dabei ist es im Höhlentauchen nicht anders als beim Bergsteigen: Wer raustaucht bzw. absteigt hat Vorfahrt, ganz einfach.


Stephan posiert mit ein bisschen alter Leine, die er und Totti aus der Höhle geborgen haben. Aber wirklich
nur ein bisschen.

 

Donnerstag: Zweiter Sensor platziert

Den nächsten Tag ging das Cabouy-Projekt weiter und gemeinsam mit Norbert machte ich mich auf den Weg, den zweiten Sensor kurz vor der ersten Möglichkeit zum Auftauchen bei ca. 1.600m zu platzieren. Wir scooterten ca. 76min und brachten den Sensor an, wobei uns Uli und Chris an dieser Stelle einholten und fotografierten.

Die Tauchtage des Projekts Reseau de L'Ouysse waren damit für 20134 auch fast vorbei. Neben genialen Fotos aus dem Trockenbereich wurde auch eine Menge alter, zerstörter Leine aus der Höhle mitgebracht und natürlich auch wieder viele Vermessungsdaten, die Surveymanager Totti in den kommenden Wochen und Monaten an den bereits vorhandenen Plan der Höhle anknüpfen würde. Diese Karte ist meiner Kenntnis nach inzwischen eine der umfangreichsten und detailliertesten Karten einer betauchbaren Höhle in Frankreich.

 

Freitag: Lac des Blocs, Lac Isler, Lac T und Biwakhalle

Für Freitag war ich mit Schatz verabredet – unser Plan war, alle Auftauchstellen vor der Biwakhalle einschließlich selbiger uns anzusehen. Die Ausrüstung hatten wir am Vortag schon vorbereitet, so dass wir früh in Richtung Ressel aufbrechen und dort mit dem Aufbau beginnen konnten. Gegen Mittag waren wir startklar und tauchten ab. Für mich war dies der erste Tauchgang durch den ersten Siphon der Ressel auf dem pSCR und die Veränderung war spürbar. Da wir nur sechs Stages dabei hatten konnten wir uns einen Setup-Tauchgang sparen und direkt starten. OC hatte ich bei unserem letzten Tauchgang noch zehn Stages dabei und die ließen sich im vollen Zustand nicht mehr alle gemeinsam tauchen.

Eigentlich wären wir dank der geringeren Anzahl an Stages auch schneller unterwegs gewesen.. eigentlich. Denn kurz nach dem Erreich des tiefen Bereichs, gleich hinter der ersten Linkskurve bei ca. 480m fing Schatz' Switchblock auf einmal an abzublasen. Ich betrachtete mir den Switchblock und sah, dass aus dem einen Feedhose-Anschluss der O-Ringe rausgequetscht war. Verdammt. Doch zum Glück hatten wir ein neues Spielzeug, das Bertelmann-Tool dabei. Dieses sehr fein ausgearbeitete Tool für die Wetnotes war zum Glück mit den passenden Sechskant-Größen ausgestattet und so machte ich mich in 50m Tiefe an die Reparatur des Switchblock während Schatz auf OC gegangen war und abwarten musste. Der erste Anlauf klappt nicht und fast wäre uns der O-Ringe dabei kaputtgegangen – Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie mich das geärgert hätte, nach stundenlanger Vorbereitung jetzt wegen eines 10 Cent-Artikels umzukehren...

Doch zum Glück klappte der zweit Anlauf, der Switchblock war wieder dicht, Sebastian konnte wieder auf den Loop gehen und hatte zum Glück auch noch genug Bailout übrig um den Tauchgang wie geplant durchzuführen. Der Stein, der mir vom Herz fiel, liegt immer noch da unten zwischen den anderen Felsen.

Wir durchquerten den tiefen Teil zügig und fingen auf der anderen Seite unsere Deko an. Beim 9m-Stop kurz vor dem Lac des Blocs entdeckten wir dann in einer Linkskurve noch einen kleinen Bypass, der nicht ausgeleint war und auf 6m hoch ging. Wir tauchten diesen kleinen Gang ab und kamen wieder auf den Weg in Richtung der angepeilten Auftauchstelle, nur dass wir einen Linksbogen ausgespart hatten. Dennoch kamen wir uns wie ganz große Entdecker vor.

Wir betauchten dann die Auftauchstellen wie geplant. Ich genoss die Höhle und die Vorzüge des Rebreathers – hatte ich doch beim letzten Besuch hier hinten auf OC noch ein etwas mulmiges Gefühl aufgrund der tickenden Gasuhr. Nach rund 400min (Tauchzeit rein 195min, raus 182 min und etwas über 20min in den Auftauchstellen) tauchten wir dann wieder in der Cele auf und begannen nach einer kurzen Pause mit dem Verräumen der Ausrüstung.

 

Freitag: St. Saveur

Am Freitag machten Damaris und ich einen Tauchgang in der St. Saveur. Für Damaris war es auch hier der erste Tauchgang und so nahmen wir nur ein 21/35 mit, um den Eingangsbereich und die ersten Meter in der Höhle bis in 45m Tiefe zu erkunden. Die Sicht war erstaunlich gut, so dass es zwar ein kurzer, aber sehr schöner Tauchgang wurde. Auch der Pool war eine ausgiebige Runde wert, außerdem trafen wir auch noch Olivier Bertieaux, der mit einem Schüler unterwegs war.


Unsere Truppe zu Beginn der zweiten Woche: Marcus, Katrin, Gerd, Basti, Damaris, ich (hinten) Schatz und Mirco (vorne).

 

Samstag, Sonntag und Montag: Ressel, Padirac und Ressel

Am Samstag machten Damaris und ich zwei kurze Tauchgänge mit Scootern im flachen Teil der Ressel, um am Sonntag dann mit den Scootern zum 21m-Punkt zu fahren, sie dort abzulegen und dann den tiefen Teil zu Fuß zu erkunden. Leider kam es am Sonntag nicht dazu, da sämtliche Parkplätze an der Ressel über Stunden belegt waren. So fuhren wir uns gemeinsam mit Gerd, Basti und Mirco die Schauhöhle Padirac ansehen, die auch immer wieder einen Besuch wert ist. Den Sonntagnachmittag verbrachten wir dann noch mit ein paar SRT-Übungen.


Damaris im SRT-Geschirr, Basti gibt Anweisungen.

 


Gerd machte den professionellsten Eindruck.

 


Auch Ming war sich der Risiken voll bewusst und sicherte sich professionell ab.

 

Am Montag klappte es dank sehr rechtzeitigem Erscheinen endlich mit der Ressel und Damaris und ich fuhren wie geplant zum oberen Ende des Schachts, legten Scooter und Dekoflaschen ab und tauchten zu Fuß weiter. Unten angekommen legten wir noch ein paar Meter zurück und kehrten dann wieder um. Am 21m-Punkt angekommen mussten wir fest stellen, dass dieser komplett von einem Vier-Personen-Team belegt war. Niemand bemerkte uns und man machte daher auch keinerlei Anstalten, uns den Weg zu unseren Flaschen frei zu machen. Wir hatten es auch nicht eilig und haben daher auch kein Signal an die Gruppe gegeben, aber etwas merkwürdig war das ganze schon. Es ging dann auch noch alles etwas weiter, aber das gehört hier nicht mehr hin.

 

Dienstag: St. Georges

Gerd und ich wollten am Dienstag zusammen zur Auftauchstelle hinter dem tiefen Teil (75m) in der St. Georges fahren, nur leider war die Sicht sehr miserabel im Vergleich zur vorherigen Woche, so dass wir bei ca. 200m abgebrochen haben. Vielleicht hätte es sich noch gelohnt, bis zur Engstelle bei 400m zu fahren und zu schauen, ob es dahinter besser wird (was es oft tut), aber die Sicht war so miserabel, dass uns die Lust versagte – zumal meine HID auch etwas rumzickte.


Basti, ich, Damaris und Gerd vorm Abtauchen in der Marchepied.

 

Mittwoch: Landenouse & Marchepied

Drei Tage vor Abreise ging es dann zum ersten Mal in diesem Urlaub in die Landenouse. Damaris, Gerd und ich machten zusammen einen kurzen Tauchgang von rund 100min und fuhren anschließend zusammen mit Mirco und Basti weiter zur Marchepied. Im Mai diesen Jahres hatten Damaris, Jens und ich bereits versucht, diese Höhle Backmount zu betauchen, was damals aber nicht geglückt ist. Auch jetzt wollten wir es wieder Backmount versuchen, wobei wir uns in zwei Teams aufteilten. Basti und mir ist es dann geglückt und wir konnten diese wirklich schöne Höhle betauchen. Tatsächlich ist es Backmount möglich, andererseits geht dabei auch wirklich Zeit verloren. Letztlich ist die Marchepied ein perfektes Beispiel dafür, warum es sich lohnt, über Sidemounttechnik nachzudenken.

 

Donnerstag: St. Saveur

Basti, Gerd und ich wollten am nächsten Tag die St. Saveur betauchen. Ziel war es, den Versturz bei 400m zu passieren und über die große Halle hinaus noch weiter zu tauchen. Leider wurde aus diesem Vorhaben leider nichts, da wir im bereich von 45m mit Druckausgleichsproblem zu kämpfen hatten und diese tatsächlich nicht gelöst bekamen. So tauchten wir nach rund 70 Minuten wieder auf. Einerseits etwas schade, andererseits hatte die St. Saveur auch nicht mehr die großartige Sicht, die sie noch in der vergangenen Woche hatte, als Damaris und ich drin waren.

 

Freitag: Trou Madame

Am allerletzten Tag fuhren wir noch einmal auf gut Glück zur Trou Madame. Ich war erst zweimal in dieser Höhle, beide Male war die Sicht sehr schlecht, insofern war mein Optimismus gedämpft. Tatsächlich erwarteten uns aber nahezu perfekte Bedingungen mit über 10-15m Sicht und Gerd, Damaris und ich konnten uns diese Höhle endlich mal ausgiebig anschauen.

Dieser Tauchgang war dann auch ein perfekter Abschluss für zwei Wochen Frankreich mit alten Freunden, neuen Bekannten, vielen tollen Tauchgängen und einer Menge Spaß.