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[07.02.15]

Mexiko – Januar/Februar 2013

Puuh, zwei Jahre ist der Trip mit Sebastian und Jens nach Mexiko schon her. So spät danach wurde hier noch nie ein Bericht geschrieben. Dennoch, es war großartig und deswegen möchte ich ein paar Worte dazu verlieren.

Über den Teich kommen

Wir sind von Düsseldorf aus gestartet und über den Flug kann man viel erzählen, muss man aber nicht. Eines werde ich aber nie vergessen – wie wir mitten im Flieger saßen, eine Kakophonie von Düsentriebswerkgeräusch, gurgelnden Toiletten, motzenden Passagieren und brüllenden Kindern über uns hereinbrach und Jens mir lässig einen Bose Kopfhörer mit aktiver Umgebungsgeräuschunterdrückung herüberreichte und sagte: "Hier, das ist die erste Klasse des kleinen Mannes". Die nächsten Stunden verbrachte ich in – zumindest von der Tonspur her – in absoluter Einsamkeit mit dem Bordkino.

Die ersten Tage


Das Hotelgelände

Der erste geniale Moment nach der Landung und der Fahrt mit unserem Mietwagen in Richtung Akumal war unser Hotel. Jens hatte sich hierum gekümmert und Lage sowie Ausstattung waren recht angenehm. Den kleinen Jetlag konnten wir mit ganz passablem Bier und Cocktails bekämpfen.

Für die nächsten zwei Tage hatten wir Fred Devos als Guide gebucht, um uns zeigen zu lassen, wie der Hase in Mexiko läuft. Da wir alle drei hauptsächlich in Frankreich tauchen und die Höhlen dort im Vergleich relativ geringe Anforderungen an die Navigation stellen gab uns Fred eine Auffrischung in Sachen komplexer Navigation, was sich als sehr hilfreich herausstellte. Er gab uns außerdem eine kurze Einführung in die Entstehung der mexikanischen Höhlen, klärte uns über die Spielregeln an den Cenoten auf und tauchte mit uns in X-Tabay sowie Dos Palmos.

Ab dem dritten Tag machten wir uns alleine auf die Socken, ausgerüstet mit Flaschen von Zero Gravity und vor allem mit einem perfekten Briefing nebst Skizze von Fred. Zero Gravity entpuppte sich dabei überhaupt als das, was wir rufgemäß erwartet hatten: Durchgängig zuverlässig, super freundlich und extrem gut vertraut mit allen Höhlensystemen der weiteren Umgebung. Was ich persönlich als sehr positiv empfand, war das Abrechnungssystem für die Flaschenfüllungen: Man zahlt hier tatsächlich nur das an Gas, was man auch verbraucht hat. Hierdurch hat man nicht die Not, eine Flaschenfüllung möglichst "gut" ausnutzen zu müssen – was letztlich im Gegensatz zu einem konservativen Gasmanagement steht.


Sebastian und Jens müssen schleppen, ich muss Fotos machen.   

Und täglich grüßt der Grottenolm

Die Tage vergingen nun in einem immer wiederkehrenden und wunderbaren Schema: Morgens am riesigen Frühstücksbuffet speisen, dann bei Zero Gravity Flaschen und ein Briefing von Fred abholen, dann zwei bis fünf Stunden mit einem Doppelpack und maximal einer Stage im 24-27° warmen Wasser durch unglaublich geile Höhlen schweben und anschließend wieder ins Hotel zum Abendbuffet und zur Cocktailbar. Das Leben kann so hart sein.


Sicht war ganz okay. 

Bei dieser einfach Logistik und den angenehmen Temperaturen erreichten wir Wasserzeiten, die uns in Frankreich so kaum möglich sind. Jens und Sebastian kamen auf etwas über 50 Tauchstunden in 13 Tage, ich verbrachte aufgrund einiger Lampenproblem nur rund 47 Stunden unter Wasser. Wir waren also im Schnitt rund vier Stunden tauchen pro Tag.

Mein persönliches Highlight waren dabei die Tauchgänge in Nahoch Nah Chich – das entsprach genau meinen Wunschvorstellungen von mexikanischen Höhlen. Wir waren außerdem noch in Eden, Dos Ojos, Carwash, Minotauro, Chac Mool und Naharon.

Nicht verschweigen möchte ich an dieser Stelle einige Herausforderungen. Da waren zum einen die langen Zeiten des Flössens. Wir hatten ja schon alle mehrere Tauchgänge jenseits der 300 Minuten hinter uns – aber kaum einen so langen Tauchgang, bei dem wir die ganze Zeit geflösselt sind. In den doch oft tieferen Höhlen in Frankreich nutzen wir meist Scooter und verbringen viel Zeit stationär in der Deko. Fünf Stunden flösseln war da eine ganz neue Herausforderung. So musste man irgendwann einfach öfter zwischen Flutter und Frog Kick hin- und herwechseln, einfach um nicht dauernd den gleichen Bewegungsablauf machen zu müssen. Bei Sebastian entpuppte sich die obere, innere Naht des Füßlings bei so langen Tauchgängen als dermaßen störend, dass er sich irgendwann während des Tauchgangs (!) Teile aus dem oberen Flossenfach mit dem Messer herausschnitt, um das lästige Drücken abzumildern.

Ein andere Punkt war die Temperatur. Obwohl das Wasser so immens warm war im Vergleich zu unseren sonstigen Tauchgebieten war man nach einigen Tagen doch ausgekühlt. Das traf auf mich verstärkt zu, da ich die ersten zehn Tage halbtrocken unterwegs war. Beim nächsten Mal würde ich dies nicht mehr so lange durchziehen, sondern früher in den Trocki wechseln. Vielleicht sind auch mehrere Unterzieher eine sinnvolle Idee, so dass man erst dünn startet und im Laufe der Zeit aufrüstet. Oder auch mal einen Tag aussetzen zum Aufwärmen – aber wer will das schon? ;-)

Eine weitere und recht ernste Herausforderung ist die Navigation oder besser gesagt: das Verfolgen der richtigen Leine. Denn natürlich ist es mit entsprechender Disziplin beim Setzen der Cookies nicht schwierig, den Weg wieder hinauszufinden – zu mal dieser Vorgang ohne Handschuhe und mit täglicher Routine zum Schluss nur noch wenige Sekunden benötigte. Tricky war es aber an einigen Stellen, auf der richtigen Leine zu bleiben, so dass wir zumindest zwei Mal im Begriff waren, einen Navigationsfehler entstehen zu lassen, was aber in beiden Fällen durch mindestens einen von uns bemerkt und korrigiert worden ist. Dies zeigte deutlich, wie wichtig es ist, dass alle im Team Verantwortung für die Navigation übernehmen.

Nach zwei Wochen ging es dann wieder zurück nach Deutschland. Rückblickend muss man sagen, dass das Höhlentauchen in Mexiko etwas komplett anderes ist als auf dem europäischen Festland. Der gemeinsame Nenner sind in Höhlen und unter Wasser sein, ansonsten gehen die Anforderungen und auch die Eindrücke sehr weit auseinander. Und beides hat seinen Reiz, auch wenn Mexiko knapp vorne liegt ;-)