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[23.08.15]

GUE Projekt Nuttlar April 2014

Im April 2014 hatte ich die Gelegenheit am GUE Projekt Nuttlar teilzunehmen. Ziel dieses Projektes ist die Erkundung, Vermessung und Dokumentation des gefluteten Teils des Schieferbergwerks in Nuttlar. Der Hintergrund für die Notwendigkeit eines solchen Projektes ist, dass Nuttlar seit 2013 kommerziell betrieben wird und betauchbar ist (www.bergwerktauchen.de), jedoch die Planung der Tauchgänge bislang mit den vorliegenden Bergwerksplänen stattfinden. Diese wiederum orientieren sich an den Förderschichten, die hier im Berg ca. 40° aufrecht stehen. Ein vertikal verlaufener Stollen durchquert folglich mehrerer dieser Schichten und ist daher über mehrere Karten verstreut abgebildet. Mit etwas Übung lassen sich diese Karten einigermaßen nachvollziehen, aber komfortabel und zuverlässig ist dies nicht besonders. Daher wurde auf der Boot 2013 das Projekt Nuttlar durch GUE und der Betreibergesellschaft aus der Taufe gehoben. Die erste Erkundung fand dann Anfang Oktober 2013 statt, bei der ich aus Zeitgründen leider nicht teilnehmen konnte. Im April des Folgejahres hatte ich zum Glück Zeit und ich machte mich auf den Weg nach Nuttlar.


Team 2014: Daniel, ich, Dorota, Manuela, Petra, Niels, Gina, Stephan, Totti, Jan, Irene, Holger, Maren, Stephan,
Kasia, Chris und Hoffi.
   

Donnerstag: Projektstart

Der erste Tag fing mit einem umfangreichen Briefing an: Maren gab uns als Projektmanagerin einen Überblick über die kommenden Tage, die Projektziele und die einzelnen Teams. Manuel vom Bergwerktauchen-Team gab uns einen ausführlichen Überblick über die Beschaffenheit des Bergwerks, die Entstehung der bisherigen Pläne und erklärte uns die Logistik vor Ort einschließlich aller Sicherheitsvorkehrungen. Der Auftakt war schon einmal sehr umfangreich und sorgfältig, das konnte nur gut werden.


Morgendliche Teambesprechung. Wo ist der Rest? ;-)

Mein Job war es zusammen mit Hoffi sowie Stephan und Petra vom Team Koelakant die Videodokumentation zu produzieren. Eine spannende Aufgabe und ein sehr gut besetztes Team, denn schließlich ist Hoffi hauptberuflicher Unterwasserfilmer für Spielfilme und Dokumentationen und Petras wunderschöne Höhlenvideos sind in der Szene auch weithin bekannt. Dennoch mussten wir uns erst Mal unter Wasser kennen lernen und die verschiedenen Arbeitsweisen abgleichen, was wir mit einem ersten Tauchgang von Petra, Stephan und mir am Donnerstag begingen. Dabei hatte Stephan die Kamera dabei und Petra und ich jeweils einen 200w HMI-Lampe von Halcyon. Das ist ein relativ großer Trümmer, dessen Akkus und Elektronik so groß wie eine Stage ist und ebenso getragen wird. Die Leuchtdauer beträgt dabei sogar nur rund 60min, allerdings ist das Licht wirklich sehr genial und nach meinem Empfinden auch heute noch allen mir bekannten LED-Videoleuchten überlegen (die wiederum die deutlich bessere Lichtausbeute und die wesentlich geringeren Ausmaße für sich verbuchen können – aber beim Licht kommt es halt aufs Licht an).


Schickes Bild von Daniel: Maren und Dorota an der Seilwinde zwischen gelbem und rotem System.

So tauchten wir also los, Petra und ich vorweg und Stephan hinterher. So Bilder zu produzieren erforderte andauernde Konzentration und Aufmerksamkeit gegenüber dem Team. Was filmt Stephan gerade, wie kann ich mich positionieren? Was kann ich der Kamera anbieten? Was leuchtet Petra gerade aus, wo kann ich dort assistieren? Wenn man sprechen könnte wäre der ganze Ablauf einfach, aber unter Wasser funktioniert dies nun mal nicht und mit den starken Leuchten bewaffnet konnte wir auch untereinander so gut wie gar nicht per Handzeichen kommunizieren. Quasi abgestimmter Blindflug im Team :-)


Videoteam: Stephan, Petra und Hoffi.

Abends sahen wir uns dann die ersten Ergebnisse an, die schon einmal beeindruckend waren. Wir fanden aber auch viele Punkte, die wir verbessern wollten und so zogen im Grunde die kommenden Tage ins Land: Abends Material sichten und besprechen, am kommenden Tag erneut unter Wasser filmen und dabei die Dinge besser machen, die am Vortag noch nicht passten. Unsere gemeinsame Lernkurve war enorm, zudem hatten wir auch viel Spaß und heraus kam – das muss ich in aller Bescheidenheit so sagen – eines der besten Tauchvideos, das ich im Jahr 2014 gesehen habe.


Das Video von 2014. Licht aus, Boxen an!

 

Freitag: Erster Tauchgang mit drei Lichtassistenten

Dabei waren unsere Tauchgänge relativ limitiert, was vor allem an der wie bereits erwähnten Leuchtdauer der HMI-Lampen lag. Hierdurch konnten wir aber auch auf Stages verzichten, was uns wiederum die Aufgabe der andauernden Neupositionierung im Team deutlich erleichterte. Das wurde besonders an unserem ersten Tauchgang am Freitag wichtig, als Hoffi sich noch uns angeschlossen hatte und wir dadurch mit einem Kameramann und  mit drei Lichtassistenten gearbeitet haben. Auch hier waren die Ergebnisse wieder beeindruckend. Bei unserem zweiten Tauchgang waren wir dann wieder zu dritt, da Hoffi noch gemeinsam mit Totti und Stephan die tiefe Sohle erkundete.


Maren und Dorota im gelben System.  

Die anderen Teams waren auch allesamt mit Aufgaben eingedeckt und ständig unterwegs. Es gab Surveyteams sowohl für den vorderen, gelben Teil des Bergwerks als auch für das dahinterliegende rote System, unseren Fotografen Daniel (www.danielschmid.de), der abwechselnde Teams begleitete und unglaubliche schicke Fotos schoss, sowie vier Rebreathertaucher, die die tiefe Sohle erkundeten. Es war also in jedem Bereich des Bergwerks etwas los und unten im ehemaligen Imbiss arbeitete der Kompressor. Ganz besonders zu erwähnen sind hier auch noch mal Manuel und Kasia, die sich unglaublich gut um Logistik und Verpflegung kümmerten und das ganze für uns alle so sehr angenehm gestalteten.


Großer Pow-Wow vor dem Sechs-Leute-Videotauchgang.
 

Samstag: Einfach nur Licht

Der zweite Tauchgang am Samstag hatte es dann noch mal in sich: Wir waren mit zwei Kameramännern und vier Lichtassistenten im Wasser – die gesamte Lichtmenge betrug wohl irgendwas um 70.000 Lumen, unsere normalen Hauptlampen mal nicht mitgezählt. So ausgeleuchtet hatte ich Nuttlar noch nie gesehen, es wirkte wie ein komplett anderer Ort – echter Wahnsinn.


Jan und Niels beim Survey.
 

Sonntag: Goldline verlegen

Stephan und Petra mussten am nächsten Tag früher abreisen und konnten nicht mehr tauchen. So schloss ich mich dann Totti und Manuel an, um die bisherige Hauptleine durch eine massive Goldline zu ersetzen. Trotz ein, zwei kniffligen Befestigungspunkten ging dies recht flott und einfach. Nach der Lichtorgie vom Vortag hatte ich nur irgendwie das Gefühl, meine 18w HID hätte sich in eine alte Backuplampe mit Halogenköpfchen verwandelt...

Und damit waren die Tauchtage des Projektes für 2014 auch schon erledigt, In den kommenden Wochen arbeiteten wir, d.h. vor allem Stephan noch am Schnitt des Films, während Totti die gesammelten Daten in die Software eingab und die Karte weiter vervollständigte.