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[25.04.11]

Schneidtest Januar 2011

Am Morgen nach unserer Rinquellen-Expedition machten wir vor der Abfahrt noch einen spontanen, aufschlussreichen Test verschiedener Schneidwerkzeuge. Wir kamen auf diese Idee, weil wir noch einen Beutel mit zig verschiedenen Leinenresten dabei hatten, die wir am Vortag aus der Höhle geräumt hatten:

  • Caveline (Nylon)

  • PVC-Leine

  • 11mm Bergsteigerseil (leider kein Foto gemacht)

  • Weidezaundraht (mit eingeflochtenem Elektrodraht)

  • Blechdraht

  • Edelstahldraht

  • Kabel mit fünf Stahllitzen (keine Ahnung, wofür man das einsetzt...)


Die Kandidaten.

Damit standen wir auf dem Parkplatz vor unserem Hotel und jeder von uns packte sein(e) Schneidwerkzeug(e) aus. Zum Vorschein kamen:

  • Allzweckschere

  • das klassische, gekürzte Steakmesser

  • Minimesser von Tekna

  • Leatherman

  • Rettungsschere

  • Kabelschere

  • Kombizange

Mit diesen Werkzeugen machten sich mehrere Tester daran, jede Leine mehrfach zu zerschneiden:


Die leichteste Herausforderung: Caveline.
 


Etwas schwieriger: Leine aus härterem Kunststoff (PVC?).
 


Fiese Mischung aus Kunststoff und Metall: Weidezaundraht mit eingewobener Litze.
 


Harte Nummer: Blech- und Edelstahldraht.
 


Die Königsklasse: Ein Kabel mit fünf Litzen aus Stahl.

 

Test-Ergebnisse
 

Die Allzweckschere hat insgesamt einen guten Eindruck hinterlassen: Mit ihr konnte man fast alle Leinen mit dem ersten Schnitt durchtrennen. Nur beim Edelstahl- und Blechdraht sowie beim Kabel mit Stahllitzen bedurfte es mehrerer Anläufe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kabelschere sah auf den ersten Blick vielversprechend aus. In der Praxis hat sie bei den härteren Materialien auch überzeugt, da sie diese in der Mitte ihrer Klingen einklemmt und durchknipst.

Bei Leinen aus weicheren Materialien wie beispielsweise Caveline hat sie sich dagegen erstaunlich schwergetan. Diese rutschten beim Schneiden zwischen die Klingen, obwohl die Spannung der Schere in Ordnung war.

Vermutung: Aufgrund der Form der Schere können die weichen Leinen nicht über den Schliff gleiten und dadurch "angesägt" werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirklich alles schneiden konnte der Seitenschneider der Kombizange – egal ob Metall, Kunstoff oder eine Mischung aus beidem. Zudem brauchte es in fast allen Fällen nur einen Versuch.

Ein weiterer Vorteil der Kombizange ist, dass man damit nicht nur schneiden, sondern notfalls unter Wasser auch verschiedene Verbindungselemente wie achtkantige Schlauchanschlüsse lösen und befestigen kann oder auch die vierkantige Oberspindel eines Flaschenventils (nach Verlust eines Ventilhandrades) noch bedienen kann.

Natürlich werden diese Elemente beim Einsatz einer Zange beschädigt, aber im Notfall spielt das eine untergeordnete Rolle.

Nachteil der Kombizange: Sie ist zu groß um am Bauchgurt getragen werden zu können und muss in der Beintasche mitgeführt werden.

 

 

 

 

 

 

 

Das Leatherman diente im Test nur als Referenz: Das Messer hat die weicheren Leinen sauber geschnitten und der Seitenschneider der Kombizange hat die härteren Materialien auf Anhieb durchtrennt. Zum Tauchen eignet sich das Multitalent natürlich nicht, denn wie sollte man mit Handschuhen an den Händen die einzelnen Werkzeuge hervorholen?  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Minimesser von Tekna hat sich sauber durch die weicheren Materialien gekämpft, nur bei den Drähten zog es sprichwörtlich den Kürzeren.

Ein Alleinstellungsmerkmal unter den Schneidwerkzeugen hat es allerdings und dadurch ist es auch trotzdem zu empfehlen: Es läßt sich einfach und unauffällig am Goodman Handle verstauen und ist dadurch in kürzester Griffreichweite. Daher ist es eine sinnvolle Ergänzung zu einem größeren, kräftigeren Werkzeug, welches am Bauchgurt getragen wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwas enttäuschend im Vergleich ist der Klassiker der DIR-Schneidegeräte aufgetreten: Das gekürzte Steakmesser. Zwar hat es sich sauber durch die weicheren Materialien (einschließlich des Bergsteigerseils) gekämpft, aber bei den härteren war eindeutig Schluß.

Einige Pluspunkte kann es aber dennoch für sich verbuchen: Es läßt sich gut am Bauchgurt verstauen und geht – im Gegensatz zu Scheren – kaum verloren. Außerdem ist es natürlich auch sehr günstig in der Anschaffung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die größte Überraschung im Test bot uns die Rettungsschere: Sie schnitt sowohl die Kunsstoffleinen als auch die Metalldrähte problemlos und fast immer beim ersten Versuch. Damit war sie noch ein Stück besser als die Allzweckschere und genauso zuverlässig wie die Kombizange. Und im Gegensatz zu letztgenannter lässt sie sich auch am Bauchgurt verstauen.

Grundsätzlich sollte man hier auch über eine zusätzliche Sicherung nachdenken, da Scheren im Vergleich zu Messern aufgrund ihrer sperrigen Griffe auch eher verloren gehen können. Auch kann es passieren, dass man die Ösen der Schere mit dem Hüft-D-Ring verwechselt und fälschlicherweise hier einclippt. Die Scherenscheide sollte daher nicht zu nahe am D-Ring platziert werden.

Erstaunlich ist, dass die Rettungsschere unter Tauchern kaum verbreitet ist, obwohl sie gut schneidet und auch in der Anschaffung sehr günstig ist (letztlich hat man alle paar Jahre beim Austausch des Kfz-Verbandskastens eine übrig).

 

 

 

 

 

 

Die ideale Kombination

Jedes der Schneidwerkzeuge konnte mehr oder weniger überzeugen – einen klaren Sieger gibt es nicht. Viele der Geräte verfügen über ein Alleinstellungsmerkmal, die kein anderes Gerät bietet. Letztlich ist es beim technischen Tauchen ohnehin üblich, mehrere Schneidwerkzeuge mitzuführen, zum einen um verschiedene Aufgaben bestmöglich erledigen zu können und zum anderen auch aus Redundanzgründen.

Nach diesem Test sieht die optimale Kombination verschiedener Schneidwerkzeuge für uns folgendermaßen aus:

  • Tekna Minimesser (aufgrund seiner guten Erreichbarkeit)

  • Rettungsschere (als beste Wahl für die Platzierung am Bauchgurt)

  • Kombizange (zusätzlich in der Tasche bei entsprechenden Tauchgängen)


Was ist ganz allgemein besser: M
esser oder Schere?

Scheren haben gegenüber Messern zwei entscheidende Vorteile: Zum einen kann man mit ihnen einhändig schneiden, da die Leine nicht auf Zug gebracht werden muss. Beim Schneiden mit dem Messer dagegen muss man meist mit der zweiten Hand die Leine spannen (oder der Buddy tut dies). Der zweite Vorteil ist, das Scheren – was zumindest unsere Erfahrung zeigt und dieser Test bestätigte – allgemein zuverlässiger schneiden.

Der Nachteil der Scheren ist ihre Mechanik: Wenn eine Schere rostet, kann es sein, dass sich die Klingen nicht mehr öffnen lassen. Deshalb muss bei der Überprüfung der Ausrüstung vor dem Tauchgang nicht nur kontrolliert werden, ob die Schere da ist, sondern auch ihre Funktionsfähigkeit muss überprüft werden.

Ein weiterer Nachteil ist ihre Größe beziehungsweise ihre im Vergleich zum Messer sperrige Bauweise: Beim Tragen am Bauchgurt können sie eher verloren gehen, da sich die Griffe irgendwo verfangen können. Eine zusätzliche Sicherung ist sinnvoll.