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[30.11.10]

Full House in Hemmoor - DIR Treffen Oktober 2010

Nach dem großen Treffen am Bodensee und dem kleineren Meeting in Wildschütz war das Treffen in Hemmoor die dritte DIR-GER-Veranstaltung in diesem Jahr. Rund 120 Listenmitglieder und zusätzlich ca. 20 Gäste waren da, fünf Vorträge gab es zu hören und elf Hersteller bzw. Importeure haben ihre Produkte präsentiert. Die meisten Teilnehmer stammten aus Deutschland; es waren aber auch wieder einige Niederländer und Polen dabei. Sinn und Zweck dieses Treffens war wie immer: Freunde treffen, neue Leute kennenlernen, fachsimpeln und vor allem tauchen gehen. Und dies alles in einem privaten Rahmen, denn die DIR-Liste ist – das muss man vielleicht noch mal betonen – rein privat organisiert. Dementsprechend sind solche Treffen und die Teilnahme an der Liste natürlich kostenlos.


Kommt etwa keiner? Manu, Peter, Hoffi, Mike und Maren warten auf den Rest.

Startschuss war um 9 Uhr am Samstagmorgen. Listenmoderator Hoffi begrüßte alle Anwesenden, gab einen kurzen Ausblick auf den Tagesablauf und erinnerte an die taucherischen Regeln der Liste sowie des Kreidesees. Für die Neuzugänge stand eine Gruppe von Ansprechpartnern für alle aufkommenden Fragen rund um das Thema DIR bereit – wovon die Gäste regen Gebrauch machten. Auffällig war dabei, wie groß die Kluft ist zwischen dem, was man hier und dort im Internet lesen kann und dem, wie es in der Wirklichkeit aussieht. Vor allem, dass es bei vielen Ausrüstungsfragen nicht immer nur eine, sondern verschiedene Möglichkeiten mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen gibt, überraschte die Gäste.


Na also, geht doch.

Eine große Neuerung bei diesem Treffen war, dass man Hersteller und Importeure eingeladen hatte, ihre Produkte zu präsentieren. Diese Idee wurde in den letzten Jahren immer wieder listenintern diskutiert und schlussendlich jetzt zum ersten Mal ausprobiert. Ein wesentlicher Punkt hierbei war, dass jeweils nicht nur ein, sondern mindestens zwei Hersteller eines bestimmten Produktes vertreten waren – auch um dem verbreiteten Vorurteil entgegenzutreten, als DIR-Taucher dürfe man nur Ausrüstung eines bestimmten Hersteller verwenden. Und da man es nicht oft genug sagen kann: Dem ist nicht so. Tauchausrüstung muss sinnvoll funktionieren und robust sein – die Marke ist egal.


Wolfgang Resch gefährlich nahe am Abgrund.

Um 17 Uhr begann die Vortragsreihe im Gasthaus Linde: Peter Gärtner eröffnete die Runde mit einem Bericht über die gemeinsamen Projekte der Cavebase und der DIR-Austria in Serbien. Der Balkanstaat ist zurzeit noch ein relativ weißer Fleck auf der europäischen Höhlentauchkarte – dies wollen beide Teams ändern. Noch stünden sie mit ihren Erforschungen relativ am Anfang, so Peter Gärtner, aber durch eifrige Kontaktaufnahme zu den serbischen Behörden und Institutionen hätten sie zumindest auf politischer Ebene den Boden für zukünftige Expeditionen geebnet. Ein sehr spannender und unterhaltsamer Vortrag – man kann nur hoffen, dass beide Teams weiterhin erfolgreich sind und hiervon berichten.


Peter beim Vortrag über das Serbien-Projekt 2010.

Derk Remmers berichtete im Anschluss über Sicherheitsaspekte beim Wracktauchen. Aus seiner Erfahrung als ehemaliger Seemann und engagierter Wracktaucher konnte er über einige technische Gerätschaften und ausgefeilte Prozeduren berichten, die überwiegend bei anspruchsvollen Expeditionen Verwendung finden, aber auch für die Otto-Normal-Taucherei interessant sind.


Was Hoffi und Derk uns damit wohl sagen wollten?

Als nächstes an der Reihe war Tomasz Stachura, Wracktaucher und UW-Fotograf aus Gdynia/Polen. Tomasz gab den Zuhörern umfangreiche Infos über das Wracktauchen an der polnischen Ostseeküste. Der Vortrag enthielt alles, was man als Initialzündung für eine Ostseetour braucht: Wrackpositionen, einige ausführliche Beschreibungen, Infos über die verschiedenen Schiffe und ihre Liegeplätze sowie die Tauchbedingungen und die hieraus resultierenden Anforderungen an die taucherischen Fähigkeiten. Ergänzt wurde dies alles durch hervorragende Wrackfotos, die Tomasz mit Hilfe eines Stativs in Langzeitbelichtung gemacht hatte.

Dann kam der Vortrag von Jutta Arens und Jörg Schwerdtfeger über ein Projekt zur Vermessung des unterirdischen Flusses L’Ouysse, welches beide mitorganisiert hatten. Dieser Fluss im französischen Départment Lot ist der Ursprung der unter Höhlentauchern sehr bekannten Quelltöpfe Cabouy und Poumeyssen. Von der Cabouy aus tauchte die Gruppe in den letzten zwei Jahren mehrfach in das System hinein, um den Gang bis zum Ende des ersten Sumpfes zu vermessen. Erwähnenswert ist hierbei vor allem, dass neue Leine gelegt wurde und sämtliche alte Leine entfernt wurde. Gerade im Bereich hinter der Auftauchstelle (Pou Meyssen) lagen in der Vergangenheit etliche zerstörte Leinen kreuz und quer im Gang. Dank dieser Arbeit ist das Tauchen in der Cabouy für alle Höhlentaucher einfacher und sicherer geworden. Dafür, und für einen spannenden Vortrag, bedankten sich die Zuhörer mit lang anhaltendem Applaus.


Jörg und Jutta beim Bericht über das Survey-Projekt im unterirdischen Fluss L’Ouysse.

Als nächstes berichtete Markus Schieritz, einer der Push Diver der EKPP (Reinhard Buchaly konnte leider nicht zum Treffen kommen, ebenso Michael Waldbrenner), über die Projekte der Gruppe im vergangenen Jahr und wohin es die EKPP in Zukunft verschlagen wird – wobei Markus betonte, dass die Möglichkeiten weiterer Explorationen in Westeuropa beschränkt seien. Große Vorstöße, wie sie die EKPP in den vergangenen Jahren immer wieder geleistet hat oder auch die CDG dieses Jahr in der Pozo Azul erreicht hat, seien nur noch schwer möglich. Häufigster limitierender Faktor sei die Tiefe der noch nicht erforschten Systeme.

Zum Abschluss der Vortragsreihe gab es dann noch eine offene Fragerunde. Ein großes Thema war die Frage, wie und wohin sich DIR weiterentwickeln lässt. Auch das Thema Sidemount wurde angesprochen, welches in letzter Zeit nicht zuletzt durch deutsche Tauchsportmagazine zum Teil recht populistisch angegangen wird, aber letztlich auch für DIR-Höhlentaucher eine Option sein kann, sofern der Einsatz gerechtfertigt ist und das Prinzip der Teamorientierung auch hier angewandt wird.


Thorsten Bakker inspiziert den versenkten Motorflieger.

Und obwohl die Vorträge alle sehr interessant waren, so geht es bei einem DIR-Treffen doch vor allem um drei Dinge: Tauchen, tauchen und tauchen. Um hierfür genug Zeit zu haben, wurde der Sonntag bewusst freigehalten von weiteren Veranstaltungen, so dass jeder nach Lust und Laune tauchen gehen konnte. Auch die Hersteller waren am letzten Tag noch vertreten, so dass noch Trockis, Scooter, Lampentanks etc. getestet werden konnten. An dieser Stelle dafür noch mal einen besonderen Dank an die Hersteller!

Und was bleibt zum Schluss? Zum einen sicherlich die Erkenntnis, dass DIR lebendig ist und sich weiter entwickelt. Die große Anzahl von Teilnehmern bei den Treffen am Bodensee und in Hemmoor, die wachsende Zahl von Teams und Projekten sowie immer wieder neue Methoden, neue Ausrüstungsgegenstände und verfeinerte Prozeduren zeigen, dass diese Szene nicht so festgefahren ist wie mancher glaubt. Zum anderen bleibt die Erinnerung an ein lustiges, spannendes und informatives Wochenende mit einem großen Haufen netter Leute, die dem gleichen, faszinierenden Hobby frönen.   

Vielen Dank an alle, die mitgewirkt haben!

Organisator:
Jan-Hinrich Hoffmann (Hoffi)

Helfer:
Michael Deckert
Niko Gerdau
Maren Isigkeit

Vortragende:
Jutta Arens
Peter Gärtner
Derk Remmers
Markus Schieritz
Jörg Schwerdtfeger
Tomasz Stachura

Fotos:
Lars Christian Amann (dir-m.com)
Gerd Dietel
Ulrich Hoffmann

Mehr Infos zur DIR-GER gibt es unter www.dir-ger.de