Frankreich September/Oktober 2012
Bericht über eine abwechslungsreiche Höhlentauchtour im Herbst 2012 nach Frankreich mit Sidemount-, Scooter- und Rebreather-Einsätzen sowie einem GUE Cave 1 Kurs.
Die Tour nach Frankreich im Herbst 2012 war auf jeden Fall sehr abwechslungsreich. Zweieinhalb Wochen insgesamt, der Rebreather sollte nach entsprechenden Trainingstauchgängen hier zum Einsatz kommen, die Sidemount-Ausrüstung wartete auf ihren ersten Einsatz in passender Umgebung, ein GUE Cave 1 wollte bestanden werden und gefeiert wurde auch ein bisschen.
Montag: Truffe
Zum Eingrooven wollten Fabian Kraetschmer und ich etwas Einfaches machen, herausgekommen ist dabei eine recht anstrengende Betauchung des dritten Siphons der Truffe. Anstrengend hauptsächlich, weil wir – wie üblich im September – absoluten Niedrigwasserstand hatten. Also war schon nach dem ersten Siphon Klettern und Schleppen angesagt. Fabian hatte eine D7 und eine Stage dabei, was aufgrund der leichteren Einzelteile vorteilhafter war als nur ein größeres Rückengerät. Für mich war es der erste Sidemount-Tauchgang in Frankreich und die Vorteile der einzelnen Flaschen wurden in den Trockenstellen recht deutlich. Dennoch wurde es am Ende des zweiten Siphons anstrengend: Der Wasserstand in der Spalte war zu niedrig, als dass man die Flaschen hätte anreichen können, daher mussten wir mit dem Seil arbeiten. Der Weg zum Siphon drei ist recht flach, zum Teil konnten wir nur krabbeln. Die Flossen mussten als Knieschoner herhalten, denn der Boden des Gangs ist recht kantig. Dank des niedrigen Wasserstandes, unserer eingeschränkten Kletterfähigkeiten sowie eines hohen CO2-Pegels brauchten wir 45 Minuten, um die paar Meter Strecke zu überwinden.
Der dritte Siphon war dann auch nur eine relativ kurze Tauchstrecke, vielleicht 10 Minuten. Als der Gang schließlich trocken fiel, ist Fabian im Wasser geblieben und ich bin noch ein paar Meter weitergekraxelt, habe dann aber an einer aufwärtsgehenden Lehmrutsche kehrtgemacht. Der Rückweg durch den Trockenteil zwischen Siphon zwei und drei ging nun deutlich schneller, nach vielleicht 20 Minuten waren wir durch. Als wir wieder im Quelltopf auftauchten, hatten wir drei Stunden in der Höhle verbracht, aber nur 42 Minuten davon unter Wasser.
Dienstag: Cabouy
Sebastian Picard (geb. Schatz) war inzwischen eingetroffen und zu dritt machten wir uns am folgenden Tag auf zur Cabouy. Mit ausreichend Scootern ausgerüstet fuhren wir ca. 1.300 Meter in die Höhle rein und sahen uns dabei noch die abzweigenden Gänge an. Vor allem der flachste von ihnen, der bei ca. 400 Metern beginnt, ist recht schick. Nach 101 Minuten waren wir zurück und sowohl Schatz' neuer Halcyon T-16 als auch mein zweiter Suex ADV33 hatten ihre Höhlentaufe bestanden.
Mittwoch: St. Georges
Am nächsten Tag fuhren wir wieder zu dritt los und hatten die Scooter wieder im Gepäck. Ziel war die St. Georges. Die Sicht war für die sonstigen Verhältnisse hier recht gut und so tauchten wir durch die Engstelle durch bis zum Beginn des Schachts, der in den tiefen Teil hinunterführt. Nach einem kleinen Abstecher in die Halle der tausend Gedanken und gut 135 Minuten waren wir wieder zurück.
Donnerstag: Landenouse
Schatz und ich hatten uns mit Holger Hönerbach verabredet, um in die Landenouse zu scootern. Gasmäßig waren wir jedoch auf 21/35 beschränkt, so dass wir nicht bis zum Ende tauchen konnten. Infolgedessen machten wir bei 45 Meter in einem Schacht kurz hinter dem "30-Meter-Hügel" kehrt und sind nach 133 Minuten wieder aufgetaucht.
Freitag: Bons
Jetzt war wieder Kraxeln angesagt. Fabian und ich fuhren zur Bons, um den zweiten Siphon zu betauchen. Fabian hatte extra hierfür eine Leiter mitgebracht, mit deren Hilfe wir den "Wasserfall" in der Trockenstelle überwinden wollten. Das Durchtauchen des ersten Siphons mit dieser Leiter war einfacher als gedacht, leider passte anschließend ihre Länge von vier Metern nicht ganz zu der zu bewältigenden Strecke. Eine sechs Meter lange Leiter wäre hier ideal gewesen, da man sie auf den Boden hätte stellen können. Unsere zu kurze Leiter mussten wir auf einen Sims stellen, von hier aus hätte dann auch eine Leiter mit zwei Meter Länge gereicht.
Nachdem wir die Leiter aufgestellt hatten, begann die Kletterei. Schwieriger, als auf den Sims und die Leiter heraufzukommen, waren die ersten Meter oberhalb des Absatzes, auf denen sich mehrere tiefe Ausspülungen befanden und auf deren Rändern man letztlich vorwärts klettern musste.
Aber auch das ließ sich letztlich bewerkstelligen, nicht zuletzt dadurch, dass wir wieder mit Doppel 7 (Fabian) und Sidemount unterwegs waren. Am zweiten Siphon angekommen machten wir kurz Pause und tauchten dann los. Der Gang hier sieht ziemlich einmalig aus: Es gibt eigentlich kaum ein Stück Boden oder Wand, das nicht von einer dicken Lehmschicht überzogen ist. Seitlich liegt der Lehm so dick, dass er sich zu Klumpen geformt hat, die an Backsteine erinnern. Der Gang ist zusätzlich auch nicht sonderlich hoch, so dass wir uns Mühe geben mussten, mit den Flossen nichts aufzuwirbeln. Zum Glück war die Sicht erstaunlich gut, so dass wir den Tauchgang genießen konnten. Erstaunlich war auch die Art der Leinenverlegung: Da es durch den Lehmbelag keinerlei Befestigungspunkte am Boden gab, hatte man Rohrstücke in den Lehm gesteckt und hieran die Leine befestigt.
Nach 30 Minuten kamen wir am Ende des zweiten Siphons bei ca. 300 Metern an. Von hier aus kann man sowohl einen trockenen Gang nehmen, um zum dritten Siphon zu kommen, oder man taucht einen kleinen Bypass, der in der Auftauchstelle beginnt. Wir entschieden uns für Letzteres. Im dritten Siphon sind wir dann noch ein paar Meter weitergetaucht und mussten dann umkehren.
Samstag: Cabouy
Am Samstag sind Schatz und ich noch mal zur Cabouy gefahren und scooterten bis zur ersten Auftauchstelle bei ca. 1.800 Metern. Hier haben wir uns auf den Kies gelegt und sind anschließend zurückgetaucht.
Montag bis Freitag: GUE Cave 1
Den Sonntag nutzte ich zum Umzug in die Moulin de Lantouy, wo ich die nächsten fünf Tage einen GUE Cave 1 bei Tom Karch absolvierte. Ich wollte diesen Kurs machen, weil mein letzter Höhlentauchkurs neun Jahre her war und es trotz regelmäßiger Höhlentauchgänge doch sicherlich Verbesserungsmöglichkeiten in den Grundlagen geben würde. Für Tom als Lehrer hatte ich mich entschieden, weil ich ihn und seine Art zu lehren aus mehreren Interns bei seinen GUE Fundamentals Kursen heraus kannte und wusste, dass ich hier eine sehr gute Ausbildung bekommen würde. Dass Maren Isigkeit den Kurs als Intern begleitete, machte die Sache rund. Mit Merle Schmid und Thomas Baumberger hatte ich zudem zwei sehr nette und fitte Buddies.
Hervorzuheben war zum einen Toms Fähigkeit, einen Tauchgang minutiös wiederzugeben und Entwicklungen, die später zu Problemen hätten führen können oder gar führten, exakt zu benennen. Auch vom Lerninhalt gab es einige Dinge, die ich noch nicht wusste oder noch nicht in so kleinteiliger Weise beherrschte, wie es hier als Kursziel vorgesehen war. Alles in allem ein hervorragender Kurs, den ich nur ausdrücklich empfehlen kann.
Samstag: Landenouse
Nachdem der Kurs vorbei war und Merle, Thomas und ich bestanden hatten, entschlossen wir uns, einen Tauchgang zusammen in der Landenouse zu unternehmen. Wir hielten uns hier an die doppelte Drittelregel und waren nur mit Doppel 12 unterwegs, weswegen wir nach 43 Minuten wieder zurück waren. Im Anschluss an den Höhlentauchkurs genau richtig und ein wunderbar entspannter Tauchgang.
Sonntag: Cabouy
Nach dem Kurs ging es wieder zurück nach Gramat. Hier waren inzwischen auch Mirco Saager und Wolfgang Resch eingetroffen. Mit Gerd Dietel bin ich am Sonntag dann zur Cabouy gefahren. Wir wollten uns für den folgenden Tag etwas einstimmen und scooterten einmal zur Pou Meyssen und wieder zurück. Mirco und Wolfgang waren zwischendurch an der Cunhac.
Montag: Ressel
Am letzten Tag ging es zur Ressel. Gerd und ich wollten den tiefen Teil einmal abfahren – für mich war es der erste Tauchgang in Frankreich mit dem Rebreather (pSCR). Die Sicht in der Ressel war hervorragend und so fuhren wir ganz entspannt hin zum ersten tiefen T, dann den flachen Gang entlang und bogen in die Galerie Nord ein. Hier war die Sicht extrem gut. Zurück sind wir dann wieder die flache Route gefahren und tauchten nach einer kurzweiligen Deko und 213 Minuten wieder in der Célé auf. Das war der gelungene Abschluss der Tour.
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