Frankreich – September/Oktober 2013
Ein zweiwöchiger Bericht über Höhlentauchprojekte im Reseau de L'Ouysse sowie Tauchgänge in der St. Georges, Ressel und St. Saveur.
Zwei Wochen Frankreich lagen im Herbst 2013 vor uns. Die erste Woche wollten Damaris und ich im Projekt Reseau de L'Ouysse mittauchen, in der zweiten Woche stand Spaßtauchen auf dem Programm.
Sonntag: Eingrooven in der Cabouy
Das Projekt Reseau de L'Ouysse erforscht den unterirdischen Teil des Flusses Ouysse, welcher bei dem süd-östlich von Gramat gelegenen Ort Themines im Erdboden verschwindet und beim Gouffre de Cabouy wieder ans Tageslicht gelangt. Die Vermessungsarbeit des Projektes hat 2009 an dieser bekannten Quelle begonnen und deckt mittlerweile insgesamt 3850m Distanz unter die Erde ab, verteilt auf mehrere Siphons und Trockenstellen.
Wir haben den ersten Tauchtag für einen kleinen Aufwärmtauchgang genutzt – Damaris kannte die Cabouy bislang nicht. So sind wir zu Fuß mit einer Stage gestartet und kamen bis ca. 350m. Der Rest des Teams nutzte den Tag ebenfalls für Testtauchgänge und zum Austarieren der Trockenröhren, die für die geplante Übernachtung notwendig waren.
Montag: Materialtransport
Der erste Tauchtag im Projekt bedeutete Arbeit. Ich hatte nicht vor, in diesem Jahr bei der Übernachtung dabei zu sein, deswegen wurde ich mit Maren und Norbert zusammen zum Materialtransport eingeteilt. Wir waren das erste Team auf dem Weg zur großen Trockenstelle am Ende des zweiten Siphons und unsere Aufgabe bestand darin, zwei Safety Stages zwischen der Pou Meyssen (ein zweiter Einstieg, ca. 790m vom Quelltopf der Cabouy entfernt) und der ersten großen Trockenstelle bei 2050m zu platzieren sowie Material für das Biwakteam reinzubringen (zwei Foto-Blitze sowie eine Isomatte). Jeder von uns hatte hierzu zwei Scooter mit mindestens 90 Minuten Laufzeit sowie drei Stages mit Nitrox 32 dabei.
Obwohl Norbert und ich bislang nie zusammen getaucht sind und auch Maren und ich nur wenige aufwendigere Tauchgänge zusammen bestritten haben verlief die Teamzusammenführung und die Tauchgangsvorbereitung bzw. -planung reibungslos. Standardisierte Prozeduren machen das Leben doch einfacher ;-)
Wir waren dann letztlich rund vier Stunden in der Höhle, wovon 154 Minuten Tauchzeit waren und der Rest der Zeit für Transport über die Trockenstellen sowie einen kurzen Erkundungsspaziergang am Ende vom zweiten Siphon draufging. Hier hinten trafen dann auch irgendwann die anderen Teams ein, so dass es auf einmal sehr belebt war – rund 2,5 Kilometer vom Tageslicht entfernt. Nach kurzen Plausch und einem Foto ging es für uns zurück ans Tageslicht, während die anderen weiter fuhren in Richtung Trockenstelle, wo sie übernachten wollten, um genug Zeit für Erkundungsgänge, Vermessungen und zum fotografieren zu haben.
Der Weg zur Trockenstelle verlief im Grunde für alle Teams recht erfolgreich. Einziges Problem war, dass Os' Trockenröhre am Vortag abgesoffen war, woraufhin ich ihm meine geliehen hatte, die leider ebenfalls abgesoffen ist – was übrigens auch der dramatischte Moment in der Fernsehreportage wurde. Zum Glück konnten uns Marcus, Katrin und Schatz eine von ihren Röhren leihen – die drei waren schon einen Tag vorher zu einer Übernachtung in der Trockstelle aufgebrochen und brauchten ihre Röhren jetzt nicht mehr.
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